Saisonal und Regional

Es ist Zucchinisaison!

Vor kurzem bin ich über den Begriff ,,Klimatarier" gestolpert. Klimatarier versuchen durch ihre Ernährung ihren ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten. Neben dem Verzicht tierischer Produkte legen sie vor allem Wert auf saisonale und regionale Produkte. Das hat nicht nur einen ökologischen Vorteil, sondern auch einen gesundheitlichen. Gemüse und Obst wird nicht wochenlang zwischengelagert, sondern ist erntefrisch und voller Vitamine. Ein Apfel aus dem Supermarkt hat nur noch einen Bruchteil der Vitamine und Nährstoffe wie ein frischgepflückter Apfel. Außerdem werden die Kleinbauern durch saisonale und regionale Käufe unterstützt.

Tomaten, Bohnen, Blattsalate, Beeren, Pfirsiche, Feigen und auch Zucchinis haben gerade Saison. Zucchinis sind mit ihrem hohen Wassergehalt und der geringen Anzahl an Kohlenhydraten nicht nur sehr gesund, sondern auch erstaunlich variabel. Ob angebraten, im Salat, überbacken, als Pizzateig, im Brownie oder zu Nudeln geschält, es lässt sich allerlei machen.

Diese Brownies werden nicht nur supersaftig dank der Zucchini, sondern sind auch noch ,,gesund" (low-carb, glutenfrei, wenig Zucker). Wem der gesunde Faktor nicht so wichtig ist, kann auch normales Mehl und normalen Zucker nehmen. 

Rezept:

(macht eine Form)

  • 1 mittelgroße Zucchini püriert
  • 5 El Kokos- oder Pflanzenöl oder Butter
  • 1 Ei
  • 150 gr Kokosblütenzucker oder normaler Zucker
  • 150 gr Kokosmehl oder normales Mehl
  • 40 gr purer Kakao (ohne Zuckerzusatz)
  • 50 gr dunkle Kuvertüre (75 %) gehackt
  • 1 Tl Backpulver
  • 1 Pr. Salz

Den Ofen auf 170 Grad vorheizen. Zucchini, Öl oder Butter, Ei und Zucker, ggf. ein bisschen Vanillearoma verrühren. Alle trockenen Zutaten vermengen (außer Kuvertüre). Kurz unter Zuchinimasse heben. Nicht zu lange rühren! Die Hälfte der Kuvertüre unterheben. In eine mit Backpapier ausgelegte Form verteilen. Rest der Kuvertüre darüber verteilen. 30- 35 min backen. Der Teig sollte nicht mehr feucht sein und wieder leicht hochkommen, wenn man ihn eindrückt. 30 min abkühlen lassen und am besten im Kühlschrank lagern. Tipp: Friere einen Teil ein. Sehr erfrischend im Sommer. 

Bei der Zucchinipizza wird geriebene Zucchini, Ei und Käse vermengt und zu einem Pizzaboden geformt. Dieser wird vorgebacken, gewendet und dann belegt. Jetzt kann alles drauf, was das Herz begehrt, nur mit zu wasserhaltigen Gemüse und Saucen sollte man etwas sparsamer sein, sonst weicht der Teig durch.

Rezept:

(1 Pizza)

  • 1 große Zucchini gerieben
  • 100 gr Parmesan gerieben
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer
  • Tomatensauce, Parmesan, Mozzarella und Basilikum zum Belegen

Den Ofen auf 220 Grad vorheizen. Die geriebene Zucchini mit einer Prise Salz vermengt in einem Sieb gut abtropfen lassen (10 min). Zucchini, Parmesan, Ei und 1 Pr. Pfeffer vermengen, auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech ausbreiten und andrücken. Achtung: Der Teig sollte nicht zu dünn ausgebreitet werden (etwa 0,5-0,8 cm), sonst wird das Wenden schwierig. Circa 20 min backen, sodass er leicht gebräunt ist, dann vorsichtig wenden. Nun den Belag verteilen und 15 min backen.

Ob man dem Ganzen nun einen Namen gibt oder nicht ist jedem selbst überlassen. Fakt ist, dass es große Vorteile hat Obst und Gemüse saisonbedingt einzukaufen. Es ist preiswerter, gesünder, umweltfreundlicher und vor allem leckerer! 

Der Sprung in die Gastronomie

Die Kochlehre

Ich werde Köchin. Mittlerweile bin ich 4 1/2 Monate im Tomatissimo in Kirchdornberg. Mein Entschluss dazu war ziemlich spontan. Nach dem Abitur wollte ich studieren. Aber was für ein Studiengang? Ich denke das Problem kennt so mancher. Während eines Praktikums in Münster haben sie mich aus der Küche gar nicht mehr rausbekommen. Also warum nicht ,,einfach" Köchin werden? Nach der Probearbeit in zwei Sterneläden (Victorian/Düsseldorf; Rutz/Berlin) war ich mir dem Ganzen nicht sicher. 13/14-stundentage und die einzige Pause ist ein kurzes Personalessen. Dazu dauernd die Frage: ,,Hast du dir das auch gut überlegt? Lehrjahre sind keine Herrenjahre". Da war jedoch noch ein Restaurant in meiner Heimatstadt. Eine Woche Probearbeiten und ich war total zufrieden. Ich durfte vieles selber machen, das Team war nett und die Arbeitszeiten etwas humaner, als in der Sterneküche. Also unterschrieb ich den Vertrag und bin nun ein festes Mitglied in der Küchencrew vom Tomatissimo.

Die Küche ist klassisch in vier Posten aufgeteilt. Der Gardemanger ist für kalte Gerichte wie Vorspeisen und Salate zuständig, der Entremetier macht die warmen Beilagen, also hauptsächlich Gemüse, Nudeln, Reis, Aufläufe, etc., der Saucier bereitet Saucen und Fleisch/ Fisch zu und zu guter letzt der Patissier, welcher Kuchen/ Brot backt und alle Desserts macht. In der Lehre durchläuft man jeden Posten einmal. Alles fängt mit dem Gardemanger an. Die kalten Speisen kann man gut vorbereiten und muss sie abends anrichten. Das ist etwas leichter, weil nichts ala minute gebraten und gekocht wird. Ich bin außerdem für die Patisserie zuständig. 

Ein normaler Tag sieht so aus. Wir fangen um 13/14:00 Uhr an, verräumen zunächst die frisch gelieferte Ware und bauen unsere Posten auf. Dann startet die Produktion für das Mise en Place (Vorbereitung des Arbeitsplatzes). Ich mache Eis, mixe Dressings, wasche Salat, backe Kuchen, koche Chutneys, schneide Tatar,.. Um viertel nach fünf isst das ganze Team zusammen. Danach baut jeder seinen Posten auf. Um 18:00 kommen die ersten Gäste. Die Bons flattern rein und werden annonciert. Ist das Restaurant voll belegt, können schnell sieben, acht Bestellungen auf einmal kommen. Durch die Küche kann man sich nur noch mit einem lautem ,,Achtung" bewegen, sonst rennt man ineinander. Überall dampft und zischt es, Töpfe klappern, Türen und Schubladen werden auf und zu geknallt. Zwischendurch hört man immer wieder Absprachen: ,,Wir können in fünf Minuten schicken.",,Ich lege den Seeteufel ein.", ,,Die Vorspeisen sind raus.".Da zählt vor allem das Timing und ein gutes Mise en Place. Nichts darf aus gehen, sonst ist man schnell mal, wie es gerne gesagt wird: ,,in der Scheiße". Ist der letzte Gast versorgt, wird alles wieder aufgeräumt, der neue To-Do Zettel geschrieben, die Küche von oben bis unten geschrubbt und der Müll rausgebracht. Danach setzt sich das Küchenteam noch einmal zusammen und bespricht den nächsten Tag. 

Bisher bin ich sehr zufrieden. Natürlich sind sowohl die Arbeitszeiten, als auch längere Tage eine Umstellung. Besprechen wir jedoch neue Sachen und kreieren Gerichte, ist der Stress vergessen. Die Küche ist einfach unglaublich kreativ. Man hat nie ausgelernt. Und das ist es, was mir so Spaß macht und mich immer wieder fasziniert.

Seychellen

Tropische Verführung

Zwei Monate war ich auf der Insel Mahe, die Hauptinsel der Seychellen. Die Seychellen sind ein Inselkomplex im indischen Ozean nördlich Afrikas aus 115 Inseln bestehend. Mahe ist die Hauptinsel des Inselstaats. Dort war ich in Form eines Umweltschutzprojekts. Wir sind täglich tauchen gegangen und haben Daten über Korallen- und Fischbestände gesammelt. Das Ganze ging an die örtliche Behörde, um die Überfischung und allgemeine Lage der Unterwasserwelt zu kontrollieren. 

 

typisches BBQ am Strand
typisches BBQ am Strand

Die Einwohner sind auf den Fisch angewiesen. Fleisch und viele andere Lebensmittel kommen von weit her und sind sehr teuer. Milchprodukte kennen die Einwohner nur in Pulverform, gekocht wird mit frisch gemachter Kokosmilch und Kokosöl. Überall wachsen Mangobäume. Zimtbäume gibt es an jeder Ecke. Ich bin in einem Paradies aus exotischen Früchten gelandet: Guaven, Ananas, Papayas, Bananen... Und gerade, weil alles Importierte so teuer ist leben die Leute von der unmittelbaren Natur. Gemüse wird angebaut, Fisch gefangen, Früchte gepflückt. 

Mango
Mango

Es gibt unterschiedliche Mangoarten. Diese hier ist etwa faustgroß, hat ein leuchtend orangenes Fruchtfleisch und ist super süß und saftig. Neben ihr gibt es noch eine gelbe Art, die dreifach so groß ist. Ihr Fruchtfleisch ist eher säuerlich und fest. Mit ihr kann man herzhafte Salate machen.

Sternfrucht
Sternfrucht
Bread fruit
Bread fruit
Wo ist das Brot fragt man sich. Bis auf geschmackloses Weißbrot gibt es nicht viel. Dafür eine große runde Frucht, die sich Bread fruit nennt und ein weißes Fruchtfleisch hat. Sie wächst an Bäumen und schmeckt gekocht wie Kartoffel nur etwas süßlicher. Aus ihr werden Stampf und knusprige Chips gemacht. Oder sie wird einfach pur gegessen. 

Für die Zubereitung der Kokosmilch haben die Einheimischen ein spezielles Werkzeug, das an der Vorderseite eines Hockers angebracht ist. Das Fruchtfleisch schabt man daran ab. Die Flocken übergießt man mit heißem Wasser und lässt sie ziehen. Das ganze wird durch ein Tuch passiert und fertig ist die Milch. 

frisch gepflückte Kokosnuss
frisch gepflückte Kokosnuss

Kocht man die frische Kokosmilch mit Ananas, Bananen, Zucker, Zimt und Vanille entsteht ein süßlicher Brei/Pudding. Ein sehr leckeres Dessert.

Natürlich hat einem nach einer Weile das ein oder andere etwas gefehlt, was die Ernährung betrifft. Jedoch finde ich es unglaublich faszinierend sich so unmittelbar von der Natur zu ernähren. Keine andere Ernährung ist so gesund. Industrielle Zucker und zugesetzte Fette fallen komplett weg. Außerdem sind frisch gepflückte Früchte deutlich reicher an Vitaminen.

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Ein Tag auf dem Bauernhof Claßen

Eine ganz besondere Weihnachtsgans

Woher kommt die Weihnachtsgans?

Für einige ist es vielleicht noch etwas früh über so etwas nachzudenken. Es ist schließlich erst Ende August. Doch die Weihnachtsgänse werden bereits jetzt fleißig gefüttert, damit zu Weihnachten ein ordentlicher Braten auf dem Festtisch landet. Dazu gibt es Rotkohl, Knödel oder Kartoffeln und eine deftige Bratensauce. Wer denkt da noch darüber nach, wo und wie die Gänse gezüchtet werden?

Zugegeben, ich habe mir darüber keine sonderlich großen Gedanken gemacht. Schlichtweg bin ich davon ausgegangen, dass Massentierhaltung bei uns ein Tabu ist. Aber über die wirkliche Herkunft war ich mir nicht im Klarem. Umso beeindruckender war es den Betrieb zu besuchen, aus dem wir seid über zehn Jahren bereits unsere Weihnachtsgänse für Laden und Restaurant beziehen. Hat man die Haltung und Aufzucht der Tiere mit eigenen Augen gesehen, bekommt man eine weit größere Ahnung von dem Aufwand und der Kosten, die ein Hof betreiben muss, um artgerecht Tiere zu halten. Erst dann kann man den Preis nachvollziehen und vor allem die Qualität wertschätzen.

 

Bauer Claßens Gänse

Begonnen hat alles mit einem Hobby. Als Herr Claßen anfing Gänse zu halten, verdiente er sein Geld durch den Maschinenbau. Doch die Vögel wurden zur Leidenschaft und somit entwickelte sich 1991 in der kleinen Gemeinde Bakum im Oldenburger Münsterland eine Gänsefarm.

Auf 16 Hektar Land tummeln sie sich im schützenden Maisfeld und knabbern die Pflanzen bis auf die Stumpen ab. Am Ende des Jahres, so Herr Claßen, sei von dem Süßgras nichts mehr übrig. 

Also hieß es für uns Schutzanzüge an und ab ins Labyrinth Gänse suchen.

Vom Mais allein werden die Gänse jedoch nicht satt und bekommen bei schlechtem Wetter nicht genügend Schutz. Dieser wird durch die Ställe geboten, welche durchgehend offen sind und durch die Bepflanzung der Dächer ein besonderes Klima im Inneren erzeugen. In der Tat war die Luft angenehm frisch, fern jeglicher Anzeichen, das hier ein paar hundert Gänse hausen.

Das Futter baut Bauer Claßen selbst an. Es ist frei von Antibiotika und Zusatzstoffen. Stattdessen wird Hopfen ergänzt, da dieser desinfizierend und beruhigend auf die Tiere wirkt.

Durch den engen Kontakt von klein auf sind die Gänse auf die Stimme von Herrn Claßen geprägt. Was dazu führte, dass bei unserem Rundgang alle auf einmal in den Stall gewatschelt kamen. 

Da die Tiere genügend Zeit zum Auswachsen bekommen, sind sie zum Ende hin in der Lage zu fliegen. Ob die Zugvögel vor Wintereinbruch wegfliegen?- Warum sollten sie?

Selten habe ich so entspannte und zufriedene Tiere gesehen.

Von Anfang bis Ende: Auch die Zucht geschieht auf dem Hof in ebenso offenen Stallungen umgeben vom Mais. 

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Conclusion of one week beeing vegan

more than a week?

Warum eigentlich vegan?

Ja, warum denn eigentlich? 

In Joghurt sind wertvolle Inhaltsstoffe wie Kalzium, Eiweiß, und Milchsäurebakterien. Rind enthält eine Menge überlebenswichtiges Eisen. Warum auf diese Dinge verzichten?

Diät, Umweltbewusstsein, Unverträglichkeit oder einfach nur Trend, es gibt verschiedenste Gründe.  

Da die meisten Menschen zu viele tierische Fette wie z.B. Wurst, Käse, Mayonnaise oder Butter zu sich nehmen, ist es durchaus nachvollziehbar, dass diese durch den Veganismus abnehmen. Das Brötchen kann nicht mehr dick mit Remoulade bestrichen, die Pizza nicht mehr mit Käse überbacken werden. Auch Schokoriegel oder Chips fallen weg. Will man etwas Süßes essen, muss man es oft erst selbst zubereiten oder man greift auf Nüsse, Obst oder Trockenfrüchte zurück. Und das ist deutlich gesünder. Generell setzt man sich unabhängig vom Veganismus oft intensiver mit seiner Ernährung auseinander. 

Nicht nur das Töten und Quälen der Tiere (lange Transportwege, enge Käfige, etc.), sondern auch die Fütterung ist oft Grund der veganen Ernährung. Aufgrund des hohen Proteingehalts und der günstigen Produktion ist Soja die beliebteste Futterquelle in der Viehzucht. Rund 80% wird aus anderen Ländern wie z.B. Brasilien importiert. Für die zunehmende Nachfrage werden ganze Regenwälder für Sojaplantagen abgeholzt. Für die Rodung, den Anbau und den Import wird unglaublich viel Energie verbraucht. In puncto Eier- und Milchproduktion sterben für die Zucht bereits Tiere. Hähne legen nun einmal keine Eier. Außerdem wird eine Milchkuh oft nach bereits zwei Jahren getötet, da ihr Ertrag dann nicht groß genug ist. 

Viele Menschen leiden heutzutage an Unverträglichkeiten. Das liegt häufig gar nicht mal an einer Fehlbildung im Verdauungstrakt, sondern an einer falschen Ernährung und Stress im Alltag. Beschäftigt man sich mehr mit seinem Essen und isst dadurch ausgewogener, hilft das bereits der Mehrheit. Außerdem fallen tierische Eiweiße, Fette und Laktose weg, die von der Vielzahl nicht vertragen werden. Vegane Rezepte sind des Öfteren gluten-frei. Die verbreitetsten Unverträglichkeiten, außer der Fructose-Intoleranz, werden somit ausgeschlossen. 

Ein Trend ist der Veganismus natürlich. #vegan und alle fahren drauf ab. Man grenzt sich von den anderen ab und entwickelt einen eigenen Lifestyle. Der Veganismus wird zum Hobby: Rezepte bloggen, Bilder posten, Bewunderer sammeln. Außerdem ist ein gewisser Aufwand mit der Ernährung verbunden. Man fährt extra in den Bioladen, muss anders kochen oder vegane Restaurants aufsuchen. Die Anzahl an Fertiggerichten auf dem Markt ist sehr begrenzt. Es kann also nicht jeder vegan sein, sei es aus zu wenig Zeit oder zuviel Aufwand. Dem sei hinzugefügt, dass es nicht mehr aufwendig ist, hat man sich einmal mit dem Thema intensiv befasst. Wenn jedoch die Zeit gekommen ist, wo man nicht mehr selber kochen muss und überall vegane Produkte zu finden sind, ist wahrscheinlich ein neuer Trend entstanden und die Veganer unterscheiden sich nicht mehr groß in ihrer Anzahl von den Vegetariern.

Wie gesund ist die vegane Ernährung?

Die meisten Menschen reagieren doch wirklich schockiert, wenn man sagt, man sei vegan. Das kann doch nicht gesund sein. Das ist doch krank. Egal, ob vegan, vegetarisch, oder nicht-vegan, es kommt bei der Gesundheit vor allem auf die Ausgewogenheit der Ernährung an. Esse ich als Veganer nur Weißbrot, Pommes und Nudeln ist das natürlich nicht gesund. Esse ich als nicht-Veganer nur Burger, Wurst und Käse, ist das genauso ungesund. 

Die vegane Ernährung bietet ein weites Spektrum an Hülsenfrüchten, Ölen, Getreide, Gemüse, Obst, Nüssen, Samen, usw. in allen möglichen Variationen. Die Vielfalt der veganen Küche hat auch mich überrascht. Somit ist die Aufnahme von Vitaminen, Fetten, Eiweiße, Mineralstoffen, Zucker und Kohlenhydraten mit der veganen Ernährung kein Problem. Vitamin B12, welches nur in Fleisch- und Milchprodukten vorkommt, ist genauso wie Kalzium in den pflanzlichen Milchsorten und Joghurts ergänzt.  

Vielmehr ist der Veganismus durch den Verzicht auf die tierischen Fette, da dessen Konsum bei den meisten Menschen oft zu hoch ist, sehr gesund. An dessen Stelle treten Nüsse, Hülsenfrüchte und Gemüse. Nüsse beinhalten einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren. Diese sind überlebenswichtig, da der Körper sie im Gegensatz zu gesättigten Fettsäuren nicht selber produzieren kann. Gesättigte Fettsäuren lassen bei zu hohem Verzehr den Cholesterinspiegel ansteigen, verstopfen die Arterien und führen zur Fettleibigkeit. Ungesättigte Fettsäuren machen lange satt, liefern wertvolle Nährstoffe und Energie. Sie sind außerdem entzündungshemmend und stoffwechselanregend. Hülsenfrüchte sind reich an Proteinen. Gemüse ist kalorienarm und hat viele Vitamine.  

Und dennoch muss man nicht vegan werden, um gesund zu leben, genauso wenig muss man zwanghaft Fleisch essen. Massentierhaltung, Genmanipulation, künstliche Zusatzstoffe/ Aromen, das sind Faktoren, die die Gesundheit gefährden, nicht der Verzicht auf Fleisch oder der Verzehr von Fleisch. Tierische Fette sind bereits seid Ewigkeiten in Diskussion. Der wahre Weg zur gesunden Ernährung ist jedoch nicht das Tabu bestimmter Nahrungsmittel, sondern die Ausgewogenheit und wie die Herkunft der Nahrung. Auch in ökologischer Sicht gibt es Bauern, die humaner mit den Tieren umgehen und ihr Futter nicht aus Brasilien beziehen, sondern selbst anbauen. Ein Veganer kann genauso gut Soja essen, der nicht biologisch angebaut wird und bei dessen Herstellung der Lebensaraum vieler Tiere zerstört wird, wie ein Fleischesser Fleisch aus billiger Massentierhaltung essen kann. Wichtig ist außerdem auf seinen Körper zu hören. Jeder Mensch ist verschieden und reagiert anders auf bestimmte Dinge. Der eine fühlt sich als Veganer wohl, der andere als Fleischesser. Gerade deswegen sollte auch keiner aufgrund seiner Ernährung verurteilt werden. Es stellt sich also nicht die Frage wie gesund der Veganismus ist, sondern wie gesund man selber ist.

 

Mein Fazit

Generell kann ich sagen, dass ich positiv überrascht wurde: kein größerer Zeitaufwand und viele tolle Rezepte. Die Woche war alles andere, als eine Herausforderung. Zu meiner Verwunderung habe ich nichts vermisst, obwohl ich zu Beginn wirklich Bedenken hatte immer das Gleiche essen zu müssen. Dem war überhaupt nicht so. Die vegane Küche bietet eine erstaunliche Vielfalt. 

Also dauerhaft vegan sein? 

Möglich ist es durchaus. Ich fühle mich fit, ausgewogen und keinerlei Mängeln ausgesetzt. Ich finde aber, dass so eine Ernährung kein Zwang werden sollte. Auswärts essen gehen oder eingeladen sein, wären zudem ein Problem für mich. Streng vegan zu leben stünde demnach nicht zur Auswahl. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen noch länger vegan zu kochen, Inspirationen zu sammeln und dabei ab und zu eine Ausnahme zu machen.   

Es war auf jeden Fall eine sehr interessante Erfahrung und hat einem viel bewusster gemacht, wie man sich ernährt. 

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One week vegan 2

Die Woche geht weiter

Donnerstag. Wie man sieht habe ich mit der Smoothie Bowl meine ganze Familie angesteckt. Mein Vater trinkt seinen Café jetzt mit Sojamilch. Ich bin gespannt, wie lange er das durchhält.

Mal abgesehen von dem morgendlichen Lärm, den unser Mixer fabriziert, könnte ich mich durchaus an die Smoothie Bowl gewöhnen: fruchtig, frisch, lange sättigend und sehr variabel. 


Das Mittagessen hat mich wieder einmal überrascht. Ich war wohl doch ziemlich voreingenommen, was die vegane Küche betrifft. Kohlrabi in Mandelsauce mit Dill, dazu Aubergine mit Knusper-Kruste. Der Kohlrabi war schnell zubereitet: blanchieren und etwas Kochwasser zurückbehalten, dann mit Mandelmus einköcheln lassen, würzen und fertig. Die Auberginen wurden einfach paniert.

Das Resultat war echt lecker. Vielmehr als von den Knusperauberginen war ich von dem Kohlrabi angetan. Der war richtig schön cremig und das nur mit Hilfe von Mandelmus. Mandelmus besteht übrigens einfach aus pürierten Mandeln, ohne Zucker oder anderen Zusätzen. Ich hätte nicht gedacht, dass sich Sahne so leicht und zudem viel gesünder ersetzten lässt. 

Freitag morgen gab es wieder eine Smoothie-Bowl. Diese werde ich definitiv auch nach der veganen Woche beibehalten.

Mittags hatte ich keine Zeit zum Kochen. Also sind wir zu Dean & Davids gegangen und haben dort ein veganes Sandwich, belegt mit Gemüse und fruchtigem Chutney, gegessen. Dazu gab es Salat mit gebratenen Austernpilzen. Dean & Davids legt viel Sorgfalt auf frische Produkte, es geht schnell und ist preiswert. Auf der Karte war das Sandwich jedoch das einzige vegane Gericht. Alles andere war entweder mit Käse oder Fleisch, was man natürlich einfach abbestellen kann. Dennoch hat mich das etwas stutzig gemacht, da ich dachte, dass gerade so ein Laden mehr vegane Gerichte anbieten würde. Man kann sich den Salat aber auch selbst zusammenstellen. Und trotzdem, ist man als Veganer außerorts essen, kommt man meistens nicht um die Fragerei herum.

Samstag hatten wir zum Mittagessen eine vegane Quiche mit Räuchertofu und Lauch. Dazu gab es einen knackigen Asiasalat mit Paprika, gebratenen Champignons und Sesam-Dressing. Zugegeben dieses Mal habe ich nicht selber gekocht. Beides war aus der Snack-Theke unseres Ladens. Die Quiche ist super cremig und durch den Lauch und den Räuchetofu sehr aromatisch. Sogar das Schälchen kann man mitessen, da es von pflanzlicher Basis ist. Also ein gelungenes Mittagessen. 

Am Sonntag waren wir auf der Betriebsfeier unseres Ladens. Da war es schon deutlich schwieriger sich vegan zu ernähren. Es gab Barbecue. Der einzige Salat ohne Sahne war Krautsalat und das Brot war mit Kräuterbutter bestrichen. Sein eigenes Essen mitzubringen ist natürlich total unangebracht und nach etwas anderem zu fragen wäre mir äußerst unangenehm gewesen, da sich mit der Essenszubereitung bereits viel Mühe gegeben wurde. Ich stehe also wieder dem bereits bekannten Problem gegenüber. Was tun, wenn man woanders eingeladen ist?

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One week vegan

Is it possible?

Als ich das erste mal vom Veganismus gehört habe, reagierte ich total entgeistert. Was soll man denn da noch essen? Gemüse mit trockenen Nudeln?! Für mich war diese Form der Ernährung unvorstellbar. Nun das war vor fünf Jahren. In diesem Zeitraum hat sich einiges getan. Es ist lange nicht mehr so schwierig Milch oder Joghurt auf pflanzlicher Basis zu kaufen oder ein veganes Gericht im Restaurant auf der Speisekarte zu finden. Vegane Ernährung ist zum Lifestyle geworden. Unverträglichkeiten, Diät, Tierschutz, es gibt viele Gründe. Also fing ich an Rezepte auszuprobieren und war überrascht wie einfach es ist sich ganz ohne tierische Produkte zu ernähren. Ich wollte die Sache auf die Probe stellen: eine Woche lang vegan essen. 


Montag begann ich den Tag mit einer Smoothie Bowl aus Banane, Himbeeren und Kokosmilch. Das Ganze wird mit Leinsamen, Kokosraspeln, Chiasamen und Wallnüssen verfeinert. Dazu eine Tasse Tee und das vegane Frühstück ohne Milch und Joghurt war gezaubert. Total lecker kann ich nur sagen.

 

Zum Mittagessen machte ich im Ofen gebackene Falafel, dazu ein knackiger Salat mit Roter Beete und Granatapfeldressing. Ja an den veganen Lifestyle könnte ich mich gewöhnen. 

Da meine Mutter Dienstag Geburtstag hatte, habe ich ihr einen veganen Kuchen gebacken. Blueberry Crumble Pie mit Walnuss-Kokos Streusel. Selbst mein Vater, der bei veganen Dingen immer etwas skeptisch ist, fand den Kuchen sehr lecker. 

Dienstag machte ich mittags eine vegane Bolognese (Rezept von Attila Hildmann->genial) mit Tofu, dazu Romanesco und als Topping gehackte, gesalzene Macadamianüsse. Leider hat der Hunger überwogen, sodass kein Bild mehr zustande gekommen ist.

 

Abends sind wir essen gegangen. Nun kommen wir zu dem bis jetzt einzigen Teil, den ich am Veganismus nicht leiden kann. Diese blöde Fragerei: Ist der Salat vegan? Ist das Dressing vegan? Ist das Brot vegan? Ja sogar Wein kann nicht vegan sein. Man muss an eine Menge denken. Die Pinienkerne könnten in Butter geröstet sein usw.. 

Außerdem was ist, wenn man eingeladen wird? Man kann doch keinem seiner Freunde zumuten extra noch ein veganes Gericht zu kochen. Natürlich gibt es auch dafür Lösungen, aber es macht die Sache komplizierter.

Mittwoch gab es zum Frühstück wieder eine gute Smoothie Bowl. Dieses Mal konnte ich auch meinen Vater zu einer überzeugen und er fand es schmackhaft. 

 

Zum Mittagessen haben wir uns dann an Spaghetti mit Räuchertofu in Sojasahnesauce gewagt, also vegane Carbonara, wenn man es so nennen will. Ich bin eher abgeneigt davon vor alle Speisen ein "vegan" zu setzen. Vegane Wurst ist nunmal keine Wurst. Die Tofusahnesauce war auf jeden Fall zu meiner großen Überraschung ein Genuss. Den Unterschied zur normalen Sahne schmeckt man überhaupt nicht, wobei Sojasahne nur die Hälfte an Kalorien hat. Der Tofu gibt eine leicht rauchige Note, gehackte Petersilie und Schnittlauch runden das Ganze ab. Da ich generell kein großer Fleischesser bin, war der Räuchertofu für mich eine willkommene Abwechslung. Als Beilage gab es dazu im Ofen gerösteten, mit Limette,Agavendicksaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer gewürzten Fenchel. Go vegan sage ich da nur.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwar bin ich keine Fleischpflanze dafür aber ein umso größerer Fan von Käse. Überbackener Ziegenkäse, Parmesansplitter auf Rucola.. mehr muss ich dazu nicht sagen. Die Vorstellung vom veganen Käse hat mich an diese gruseligen, künstlichen Produkte denken lassen wie vegane Salami, die man zurzeit im Tiefkühlregal findet.

Da kann doch nichts Natürliches, geschweige denn Gesundes dran sein? 

 

Diese Woche wollte ich dennoch unvoreingenommen angehen und fand im Netz ein Rezept für "veganen Käse". Man legt Mandeln in Wasser ein, püriert und würzt das Ganze und backt es dann. Lecker!! Schmeckt sogar ähnlich wie Ricotta. Als Topping für diverse Dinge geeignet, aber auch pur genial und auf diese Machart gar nicht künstlich. Ich würde es zwar nicht Käse nennen, aber überzeugt hat es mich voll und ganz.

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Über mich

Seid klein auf habe ich durch den Feinkostladen und das Restaurant meiner Eltern viel mit Essen zutun. Auf diese Weise bin ich früh in Kontakt mit der unglaublichen Vielfalt der Ernährung gekommen. Essen verbindet, ist gesellig, manchmal auch tröstend, macht glücklich und ist vor allem überlebenswichtig. Ich koche und backe für mein Leben gerne. Vor allem habe ich Spaß am Ausprobieren neuer Foodtrends wie vegan, paleo-diet, low-carb, etc.. Die Offenheit gegenüber neuer Trends ist im Beruf meiner Eltern sehr wichtig und ich finde es faszinierend, wie sich der Markt im Bereich Food ständig wandelt und verändert. Hätte vor zehn Jahren jemand damit gerechnet, dass man vegane Pizza im Tiefkühlregal eines Supermarktes findet?- Ich bezweifle es. Mich interessiert vor allem, ob es wirklich funktioniert nach einem dieser Trends zu leben, wie gesund es ist und wie schwierig im Alltag. Ich lebe nach keinem speziellen Foodtrend. Mir geht es viel mehr um die Herkunft und die Reichhaltigkeit der Dinge, die ich esse. Ich bin kein Fan von Massentierhaltung, Geschmacksverstärkern, chemischen Zusatzstoffen, usw., also allen Dingen denen unsere heutige, industrialisierte Gesellschaft ausgesetzt ist. Fettleibigkeit und Krankheit ist die Folge. Es ist wichtig zu wissen, was man seinem Körper anvertraut und wo es herkommt. Nicht nur das Produkt ist entscheidend, sondern auch der Weg dahin.