One week vegan

Is it possible?

Als ich das erste mal vom Veganismus gehört habe, reagierte ich total entgeistert. Was soll man denn da noch essen? Gemüse mit trockenen Nudeln?! Für mich war diese Form der Ernährung unvorstellbar. Nun das war vor fünf Jahren. In diesem Zeitraum hat sich einiges getan. Es ist lange nicht mehr so schwierig Milch oder Joghurt auf pflanzlicher Basis zu kaufen oder ein veganes Gericht im Restaurant auf der Speisekarte zu finden. Vegane Ernährung ist zum Lifestyle geworden. Unverträglichkeiten, Diät, Tierschutz, es gibt viele Gründe. Also fing ich an Rezepte auszuprobieren und war überrascht wie einfach es ist sich ganz ohne tierische Produkte zu ernähren. Ich wollte die Sache auf die Probe stellen: eine Woche lang vegan essen. 


Montag begann ich den Tag mit einer Smoothie Bowl aus Banane, Himbeeren und Kokosmilch. Das Ganze wird mit Leinsamen, Kokosraspeln, Chiasamen und Wallnüssen verfeinert. Dazu eine Tasse Tee und das vegane Frühstück ohne Milch und Joghurt war gezaubert. Total lecker kann ich nur sagen.

 

Zum Mittagessen machte ich im Ofen gebackene Falafel, dazu ein knackiger Salat mit Roter Beete und Granatapfeldressing. Ja an den veganen Lifestyle könnte ich mich gewöhnen. 

Da meine Mutter Dienstag Geburtstag hatte, habe ich ihr einen veganen Kuchen gebacken. Blueberry Crumble Pie mit Walnuss-Kokos Streusel. Selbst mein Vater, der bei veganen Dingen immer etwas skeptisch ist, fand den Kuchen sehr lecker. 

Dienstag machte ich mittags eine vegane Bolognese (Rezept von Attila Hildmann->genial) mit Tofu, dazu Romanesco und als Topping gehackte, gesalzene Macadamianüsse. Leider hat der Hunger überwogen, sodass kein Bild mehr zustande gekommen ist.

 

Abends sind wir essen gegangen. Nun kommen wir zu dem bis jetzt einzigen Teil, den ich am Veganismus nicht leiden kann. Diese blöde Fragerei: Ist der Salat vegan? Ist das Dressing vegan? Ist das Brot vegan? Ja sogar Wein kann nicht vegan sein. Man muss an eine Menge denken. Die Pinienkerne könnten in Butter geröstet sein usw.. 

Außerdem was ist, wenn man eingeladen wird? Man kann doch keinem seiner Freunde zumuten extra noch ein veganes Gericht zu kochen. Natürlich gibt es auch dafür Lösungen, aber es macht die Sache komplizierter.

Mittwoch gab es zum Frühstück wieder eine gute Smoothie Bowl. Dieses Mal konnte ich auch meinen Vater zu einer überzeugen und er fand es schmackhaft. 

 

Zum Mittagessen haben wir uns dann an Spaghetti mit Räuchertofu in Sojasahnesauce gewagt, also vegane Carbonara, wenn man es so nennen will. Ich bin eher abgeneigt davon vor alle Speisen ein "vegan" zu setzen. Vegane Wurst ist nunmal keine Wurst. Die Tofusahnesauce war auf jeden Fall zu meiner großen Überraschung ein Genuss. Den Unterschied zur normalen Sahne schmeckt man überhaupt nicht, wobei Sojasahne nur die Hälfte an Kalorien hat. Der Tofu gibt eine leicht rauchige Note, gehackte Petersilie und Schnittlauch runden das Ganze ab. Da ich generell kein großer Fleischesser bin, war der Räuchertofu für mich eine willkommene Abwechslung. Als Beilage gab es dazu im Ofen gerösteten, mit Limette,Agavendicksaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer gewürzten Fenchel. Go vegan sage ich da nur.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwar bin ich keine Fleischpflanze dafür aber ein umso größerer Fan von Käse. Überbackener Ziegenkäse, Parmesansplitter auf Rucola.. mehr muss ich dazu nicht sagen. Die Vorstellung vom veganen Käse hat mich an diese gruseligen, künstlichen Produkte denken lassen wie vegane Salami, die man zurzeit im Tiefkühlregal findet.

Da kann doch nichts Natürliches, geschweige denn Gesundes dran sein? 

 

Diese Woche wollte ich dennoch unvoreingenommen angehen und fand im Netz ein Rezept für "veganen Käse". Man legt Mandeln in Wasser ein, püriert und würzt das Ganze und backt es dann. Lecker!! Schmeckt sogar ähnlich wie Ricotta. Als Topping für diverse Dinge geeignet, aber auch pur genial und auf diese Machart gar nicht künstlich. Ich würde es zwar nicht Käse nennen, aber überzeugt hat es mich voll und ganz.

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