Conclusion of one week beeing vegan

more than a week?

Warum eigentlich vegan?

Ja, warum denn eigentlich? 

In Joghurt sind wertvolle Inhaltsstoffe wie Kalzium, Eiweiß, und Milchsäurebakterien. Rind enthält eine Menge überlebenswichtiges Eisen. Warum auf diese Dinge verzichten?

Diät, Umweltbewusstsein, Unverträglichkeit oder einfach nur Trend, es gibt verschiedenste Gründe.  

Da die meisten Menschen zu viele tierische Fette wie z.B. Wurst, Käse, Mayonnaise oder Butter zu sich nehmen, ist es durchaus nachvollziehbar, dass diese durch den Veganismus abnehmen. Das Brötchen kann nicht mehr dick mit Remoulade bestrichen, die Pizza nicht mehr mit Käse überbacken werden. Auch Schokoriegel oder Chips fallen weg. Will man etwas Süßes essen, muss man es oft erst selbst zubereiten oder man greift auf Nüsse, Obst oder Trockenfrüchte zurück. Und das ist deutlich gesünder. Generell setzt man sich unabhängig vom Veganismus oft intensiver mit seiner Ernährung auseinander. 

Nicht nur das Töten und Quälen der Tiere (lange Transportwege, enge Käfige, etc.), sondern auch die Fütterung ist oft Grund der veganen Ernährung. Aufgrund des hohen Proteingehalts und der günstigen Produktion ist Soja die beliebteste Futterquelle in der Viehzucht. Rund 80% wird aus anderen Ländern wie z.B. Brasilien importiert. Für die zunehmende Nachfrage werden ganze Regenwälder für Sojaplantagen abgeholzt. Für die Rodung, den Anbau und den Import wird unglaublich viel Energie verbraucht. In puncto Eier- und Milchproduktion sterben für die Zucht bereits Tiere. Hähne legen nun einmal keine Eier. Außerdem wird eine Milchkuh oft nach bereits zwei Jahren getötet, da ihr Ertrag dann nicht groß genug ist. 

Viele Menschen leiden heutzutage an Unverträglichkeiten. Das liegt häufig gar nicht mal an einer Fehlbildung im Verdauungstrakt, sondern an einer falschen Ernährung und Stress im Alltag. Beschäftigt man sich mehr mit seinem Essen und isst dadurch ausgewogener, hilft das bereits der Mehrheit. Außerdem fallen tierische Eiweiße, Fette und Laktose weg, die von der Vielzahl nicht vertragen werden. Vegane Rezepte sind des Öfteren gluten-frei. Die verbreitetsten Unverträglichkeiten, außer der Fructose-Intoleranz, werden somit ausgeschlossen. 

Ein Trend ist der Veganismus natürlich. #vegan und alle fahren drauf ab. Man grenzt sich von den anderen ab und entwickelt einen eigenen Lifestyle. Der Veganismus wird zum Hobby: Rezepte bloggen, Bilder posten, Bewunderer sammeln. Außerdem ist ein gewisser Aufwand mit der Ernährung verbunden. Man fährt extra in den Bioladen, muss anders kochen oder vegane Restaurants aufsuchen. Die Anzahl an Fertiggerichten auf dem Markt ist sehr begrenzt. Es kann also nicht jeder vegan sein, sei es aus zu wenig Zeit oder zuviel Aufwand. Dem sei hinzugefügt, dass es nicht mehr aufwendig ist, hat man sich einmal mit dem Thema intensiv befasst. Wenn jedoch die Zeit gekommen ist, wo man nicht mehr selber kochen muss und überall vegane Produkte zu finden sind, ist wahrscheinlich ein neuer Trend entstanden und die Veganer unterscheiden sich nicht mehr groß in ihrer Anzahl von den Vegetariern.

Wie gesund ist die vegane Ernährung?

Die meisten Menschen reagieren doch wirklich schockiert, wenn man sagt, man sei vegan. Das kann doch nicht gesund sein. Das ist doch krank. Egal, ob vegan, vegetarisch, oder nicht-vegan, es kommt bei der Gesundheit vor allem auf die Ausgewogenheit der Ernährung an. Esse ich als Veganer nur Weißbrot, Pommes und Nudeln ist das natürlich nicht gesund. Esse ich als nicht-Veganer nur Burger, Wurst und Käse, ist das genauso ungesund. 

Die vegane Ernährung bietet ein weites Spektrum an Hülsenfrüchten, Ölen, Getreide, Gemüse, Obst, Nüssen, Samen, usw. in allen möglichen Variationen. Die Vielfalt der veganen Küche hat auch mich überrascht. Somit ist die Aufnahme von Vitaminen, Fetten, Eiweiße, Mineralstoffen, Zucker und Kohlenhydraten mit der veganen Ernährung kein Problem. Vitamin B12, welches nur in Fleisch- und Milchprodukten vorkommt, ist genauso wie Kalzium in den pflanzlichen Milchsorten und Joghurts ergänzt.  

Vielmehr ist der Veganismus durch den Verzicht auf die tierischen Fette, da dessen Konsum bei den meisten Menschen oft zu hoch ist, sehr gesund. An dessen Stelle treten Nüsse, Hülsenfrüchte und Gemüse. Nüsse beinhalten einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren. Diese sind überlebenswichtig, da der Körper sie im Gegensatz zu gesättigten Fettsäuren nicht selber produzieren kann. Gesättigte Fettsäuren lassen bei zu hohem Verzehr den Cholesterinspiegel ansteigen, verstopfen die Arterien und führen zur Fettleibigkeit. Ungesättigte Fettsäuren machen lange satt, liefern wertvolle Nährstoffe und Energie. Sie sind außerdem entzündungshemmend und stoffwechselanregend. Hülsenfrüchte sind reich an Proteinen. Gemüse ist kalorienarm und hat viele Vitamine.  

Und dennoch muss man nicht vegan werden, um gesund zu leben, genauso wenig muss man zwanghaft Fleisch essen. Massentierhaltung, Genmanipulation, künstliche Zusatzstoffe/ Aromen, das sind Faktoren, die die Gesundheit gefährden, nicht der Verzicht auf Fleisch oder der Verzehr von Fleisch. Tierische Fette sind bereits seid Ewigkeiten in Diskussion. Der wahre Weg zur gesunden Ernährung ist jedoch nicht das Tabu bestimmter Nahrungsmittel, sondern die Ausgewogenheit und wie die Herkunft der Nahrung. Auch in ökologischer Sicht gibt es Bauern, die humaner mit den Tieren umgehen und ihr Futter nicht aus Brasilien beziehen, sondern selbst anbauen. Ein Veganer kann genauso gut Soja essen, der nicht biologisch angebaut wird und bei dessen Herstellung der Lebensaraum vieler Tiere zerstört wird, wie ein Fleischesser Fleisch aus billiger Massentierhaltung essen kann. Wichtig ist außerdem auf seinen Körper zu hören. Jeder Mensch ist verschieden und reagiert anders auf bestimmte Dinge. Der eine fühlt sich als Veganer wohl, der andere als Fleischesser. Gerade deswegen sollte auch keiner aufgrund seiner Ernährung verurteilt werden. Es stellt sich also nicht die Frage wie gesund der Veganismus ist, sondern wie gesund man selber ist.

 

Mein Fazit

Generell kann ich sagen, dass ich positiv überrascht wurde: kein größerer Zeitaufwand und viele tolle Rezepte. Die Woche war alles andere, als eine Herausforderung. Zu meiner Verwunderung habe ich nichts vermisst, obwohl ich zu Beginn wirklich Bedenken hatte immer das Gleiche essen zu müssen. Dem war überhaupt nicht so. Die vegane Küche bietet eine erstaunliche Vielfalt. 

Also dauerhaft vegan sein? 

Möglich ist es durchaus. Ich fühle mich fit, ausgewogen und keinerlei Mängeln ausgesetzt. Ich finde aber, dass so eine Ernährung kein Zwang werden sollte. Auswärts essen gehen oder eingeladen sein, wären zudem ein Problem für mich. Streng vegan zu leben stünde demnach nicht zur Auswahl. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen noch länger vegan zu kochen, Inspirationen zu sammeln und dabei ab und zu eine Ausnahme zu machen.   

Es war auf jeden Fall eine sehr interessante Erfahrung und hat einem viel bewusster gemacht, wie man sich ernährt. 

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